Die Mühlen standen als Sinnbild des ländlichen Lebens und sprachen mehrere Sinne an durch Bewegung, Klang und Wasserfall. Bereits seit dem Mittelalter sind Mühlen im Gobenmatttal bezeugt, darunter ein Neubau von 1703 und eine weitere Mühle von 1780. Nach 1812 wurde die ältere Mühle zum Gärtnerhaus umgestaltet und diente als Wohnung des Ermitagegärtners. Die Mühlen markieren den historischen Eingangsbereich der Ermitage.
Der ursprüngliche Eingang erfolgte durch ein schlichter Holzportal, hinter dem Wasser über Felsen rieselte.
Seit 1789 befindet sich der Haupteingang zur Ermitage beim Felsentor: Zwei Felsbögen markieren den Eingang und bilden so zwei Eingangstore.
Auf dem zweiten Torbogen ist das Begrüssungsmotto angebracht: Natura amicis suis - Die Natur ihren Freunden. Hinter dem zweiten Felsentor führt eine steile, in den Fels gehauene Treppe in den Landschaftsgarten.
Bei der Wiedereröffnung der Ermitage 1812 wurde der Wasserguss über den Felssporn wieder aktiviert, und das Wasser in einem neu angelegten Becken gesammelt, neben dem eine Steinbank zum Verweilen einlud. Der künstlich angelegte kleine Wasserfall – wie auch jener bei der Gessnergrotte – erhielt sein Wasser aus einem Brunnen unterhalb der Steinbrücke von Schloss Birseck, das über hölzerne Leitungen zur Ermitage geführt wurde. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Wasserbecken als „Salamanderteich“ bekannt. Noch heute rieselt das Wasser über den Fels in den Teich, und der Weg vorbei an der Steinbank bietet eine alternative, weniger steile Route zum Karussellplatz.
Eine 1785 künstlich angelegte Terrasse mit Blick auf Dom und Dorf war für vielerlei gesellige Aktivitäten bestimmt. In der Halbhöhle wurde gegessen, Musiker spielten von einem Podium herab zum Tanz auf. Ein viersitziges Holzkarussell und Ball- und Ringspiele luden zum Spielen und sich Vergnügen ein.
Eine Gedenktafel im Fels erinnert an Achilles (1822 - 1898) und Lucie Alioth geb. Franck, spätere Eigentümer der Ermitage. Achilles Alioth war der Sohn des Johann Siegmund Alioth (1788 - 1850), der die Ermitage 1846 kaufte. Alioth gründete 1824 die erste Schappespinnerei auf dem europäischen Kontinent. Die Spinnerei wurde 1830 nach Arlesheim verlegt.
Die Halbhöhle Birseck-Ermitage wurde 1910 von Fritz Sartorius-Preiswerk und Fritz Sarasin archäologisch untersucht. Dabei entdeckten sie die bislang ältesten Spuren menschlicher Anwesenheit in der Ermitage. Die ältesten Funde sind 16'000 Jahre alt. Schon in der Altsteinzeit bot die Höhle demnach durchziehenden Jägern und Sammlern Schutz.
Es wurden eine Vielzahl von Gegenständen für den täglichen Gebrauch wie Werkzeug und Speere, aber auch Schmuckanhänger und bemalte Kiesel aus dem Magdalénien gefunden. Letztere fanden in der Forschung grosse Beachtung. Das Magdalénien als jüngste altsteinzeitliche Kultur wird zwischen 20'000 und 13'000 Jahre vor heute datiert.
Vom Karussellplatz gelangte man über Felsstufen und einen in den Felsen gehauenen Durchgang zu einer Kettenbrücke, die wohl 1785/86 entstand. Die aus Holzstäben und rasselnden Eisenketten gebaute, schwankende Brücke bot bewusst inszenierten Nervenkitzel und sollte romantische Stimmungen hervorrufen. Während der Revolutionszeit wurde sie zerstört. Beim Wiederaufbau ab 1811 ersetzte man sie durch eine stabile Holzbrücke.
Linkerhand des Weges, nach der Holzbrücke, hinter Gebüschen und schattenspendenden Bäumen versteckt, befindet sich eine in Stein gehauene Bank. Sie lädt zum Entspannen, Philosophieren und Träumen und ist ein typisches Beispiel für eine sanft-melancholische Szene.
1812 wurde am Weg zwischen Karussellplatz und Gessnergrotte eine neue Sehenswürdigkeit eingeführt: eine weisse, toskanische Säule, die als einfache Sonnenuhr diente und vermutlich nur die Mittagsstunde anzeigte. Ob es sich um eine hölzerne Nachbildung oder eine echte römische Säule aus Augusta Raurica handelte, ist unklar, doch ihre kurze Existenz deutet eher auf Holz hin. Als erhöht stehendes Element sollte sie antike Assoziationen wecken und zugleich den Lauf der Zeit sichtbar machen. Damit verband die Säule Natur, Geschichte und die symbolische Reflexion über das menschliche Leben.
Die erste Ausstattung von 1785: Grotte des Eremiten. In der Grotte lag eine Eremitenfigur mit einer Feldflasche aus Kürbis, einem Wanderstab (beides Pilgerattribute) und einer Urne. Die Figur war zweidimensional (bekleidetes Brett) und wirkte von weitem täuschend echt. Rechts davon perlt ein künstlicher Wasserfall über den bemoosten Felsen in einen ausgehöhlten Baumstamm im Garten des Eremiten.
Die Ausstattung von 1788: Gessnergrotte. Nach dem Tod des Idyllendichters, Malers, Zeichners, Politikers und Verlegers (Begründer der NZZ 1780) Salomon Gessner wurde die Grotte umgestaltet zur Gessnergrotte. Gessner hatte mit seinen Idyllen massgeblich zur Entstehung des neuen Naturgefühls beigetragen und so auch die Entwicklung der Landschaftsgärten beeinflusst.
Der geometrisch angelegte Eremitengarten bildet einen französischen Garten innerhalb des englischen Landschaftsgartens. Seine vier Blumenbeete standen im bewussten Kontrast zu den natürlichen Felsen und Wegen. Ein kleiner Wasserfall und Bänke schufen eine heitere, romantische Stimmung. Der Wasserfall ergiesst sich in einen ausgehöhlten Baumstamm, den Brunnen des Eremiten. Der Garten diente als Vorbereitung auf die Eremitenklause.
Die Inschrift zur Einsamkeit wurde 1812 hinzugefügt:
O beata solitudo o sola beatitudo
O glückliche Einsamkeit O einzige Glückseligkeit
Die Eremitenklause und der Eremitengarten - bis 1788 mit der Eremitengrotte - bilden den Kernbereich der Ermitage. Dass je ein echter Eremit in der Arlesheimer Ermitage gelebt hätte, ist nicht belegt. Vielmehr soll die Szenerie mit dem Garten des Eremiten die Anwesenheit eines Menschen vortäuschen.
Vorbei an der Inschrift zur Einsamkeit gelangt der Besucher zur Klause des Eremiten. Seit 1789 befindet sich eine mechanische Puppe, eine Eremitenfigur, in der Klause.
Nach der Eremitenklause führt ein steiler, an einen Kreuzweg erinnernder Aufstieg zu einer kleinen Kapelle und einem grossen Holzkreuz, die beide 1812 beim Wiederaufbau der Ermitage hinzugefügt wurden. Kapelle, Kreuz und Eremitenbereich bilden gemeinsam ein Ensemble, das die neue christlich-romantische Ausrichtung des Gartens ausdrückt. Die Kapelle selbst ist nicht begehbar; hinter einem Gitter steht eine farbig gefasste Pietà, deren Original im Andlauerhof aufbewahrt wird.
Zusammen mit dem Motto „O beata solitudo“ markieren Kapelle und Kreuz den Wandel von der aufgeklärten Naturidylle des 18. Jahrhunderts hin zu einer dezidiert katholisch geprägten Stimmung im frühen 19. Jahrhundert.
Der vermeintliche Holzstoss, der seit 1785 zum Ensemble der Einsiedelei gehört, entpuppt sich beim Näherkommen überraschenderweise als geschickt getarntes Aussichtskabinett. Hinter einer verborgenen Tür öffnet sich der Blick über das Gobenmatttal, seine Weiher und Hügel – ein bewusst gerahmtes Landschaftsbild, das im 18. Jahrhundert starke romantische und nachdenkliche Stimmungen auslöste. Dieser Kontrast zwischen der innerlich ausgerichteten Eremitenklause und der weiten Aussicht entsprach dem Prinzip von Überraschung und Abwechslung im Englischen Garten. Nach der Zerstörung 1793 wurde der Holzstoss 1811/12 rekonstruiert, später zum „Studierzimmer“ mit Sinnsprüchen umgedeutet und 2017 originalgetreu erneuert.
Die zunächst Diana, der Göttin der Jagd, des Mondes und der Nacht, gewidmete Grotte erinnert mit ihrem feuchten Felsspalt an den mythologischen Moment, in dem der Jäger Aktäon die badende Göttin überrascht. Da die kleine Höhle jedoch wenig eindrucksvoll wirkte, wurde sie 1788 in „Grotte des Verhängnisses“ umbenannt und mit der Jahreszahl 1499 versehen, um an die blutige Schlacht bei Dornach zu erinnern. Nach den politischen Umbrüchen der Revolutionszeit erhielt sie 1814 erneut den Namen „Bad der Diana“, während die Inschrift 1499 als historischer Hinweis bestehen blieb. Damit verbindet die Grotte bis heute antike Mythologie, regionale Geschichte und landschaftliche Stimmung in einem ungewöhnlich vielschichtigen Gartenelement.
Die Rotunde bildete 1785 den westlichsten Aussichtspunkt der Ermitage – eine einfache, runde Lichtung am Waldrand, die Schatten spendete und zugleich weite Blicke über Arlesheim, die Birsauen und die umliegenden Dörfer bis zur Landskron eröffnete. Wahrscheinlich stand dort eine Bank, auf der die Gäste die heitere, offene Kulturlandschaft geniessen konnten, die in starkem Kontrast zu den engen, bewaldeten Ausblicken etwa beim Holzstoss stand. Während der Revolutionsjahre überwuchert, wurde die Rotunde 1812 wieder freigestellt und bot erneut jenen weiten Blick, der damals als Inbegriff landschaftlicher Harmonie galt. Heute jedoch ist die Aussicht zugewachsen und durch die moderne Bebauung so verändert, dass eine Wiederherstellung der Rotunde ihren historischen Zauber nicht zurückbringen könnte.
Der Parasol Chinois, ein chinesisch inspirierter Sonnenschirm mit Sitzbank, Geländer, Drachenfigur und Glöckchen, wurde zwischen 1785 und 1787 an einem exponierten Aussichtspunkt errichtet. Als typisches Element des Englisch-Chinesischen Landschaftsgartens bot er Schatten, eine heitere Stimmung und einen gerahmten Blick Richtung Südwesten zur Ruine Pfeffingen. Chinesische Staffagebauten galten im 18. Jahrhundert als Sinnbilder eines idealen, glücklichen Reiches und passten daher gut zur exotisch anmutenden Terrassenlandschaft in der Ermitage. Nach 1812 wurde der Parasol Chinois jedoch nicht wieder aufgebaut, da Chinoiserien im Zeitalter der Romantik ihren Reiz verloren hatten.
Auf drei leicht abgestuften Terrassen flanierten die Gäste zwischen ausländischen, als „exotisch“ geltenden Pflanzen, die sich deutlich von der ansonsten natürlichen Vegetation der Ermitage unterschieden. Besonders beliebt waren amerikanische, asiatische sowie mediterrane Gewächse, deren Vielfalt den zeitgenössischen wissenschaftlichen Entdeckungen und dem internationalen Pflanzenaustausch entsprach. Die lichte Bepflanzung und die erhöhte Lage boten eine heitere Szene mit weitreichenden Ausblicken, die sich beim Gehen ständig veränderten und so das Erlebnis einer „Weltreise im Kleinen“ vermittelten. 1812 wich die dreifache Terrasse einer Akazienallee, deren symbolträchtige Bäume jedoch heute verschwunden sind.
Zwischen 1786 und 1787 entstand eine künstliche Turmruine, deren mittelalterliches Erscheinungsbild durch Efeu und Reben sorgfältig inszeniert war und die die Gäste überraschte, weil ihr Inneres ein kleiner Saal mit Amorfigur und darüber ein Aussichtskabinett verbarg. Von ihren Fenstern aus sah man zwei gegensätzliche Landschaftsbilder: das wilde Gobenmatttal im Osten und die heitere Kulturlandschaft Richtung Arlesheim im Westen. Die Turmruine reihte sich in die europaweite Begeisterung für künstliche Ruinen ein, die als Symbole vergangener Tugenden sowie als Vanitasmotive dienten. Zugleich erinnerte sie an freimaurerische „Türme der Erkenntnis“, auch wenn ein direkter Bezug in Arlesheim nicht belegt ist. Die Ruine blieb in der Revolutionszeit weitgehend unversehrt, wurde aber um 1811 zugunsten der echten Schlossruine Birseck abgetragen.
Der Temple rustique - ländlicher Tempel - wurde 1812 als schlichter Ersatz für die künstliche Turmruine erbaut, nachdem die echte Ruine von Schloss Birseck in den Rundgang einbezogen worden war. Der offene, aus Baumstämmen und Schilf errichtete Pavillon spannt sich direkt über den Weg und verbindet Schutz und Geborgenheit mit unmittelbarer Nähe zur Natur. In seiner Mitte steht ein als Altar getarnter Luft- und Lichtschacht der unterhalb liegenden Grabesgrotte, der dem Tempel zugleich eine naturreligiöse Widmung verleiht. Als heitere, idyllische Laube bot der Temple rustique Ruhe, Ausblick in beide Landschaftsrichtungen und Raum für Musse – ein bewusst einfach gehaltenes Gegenstück zur imposanten Schlossruine.
Die Schlossruine Birseck wurde nach 1812 als neue Hauptattraktion in den Rundgang der Ermitage integriert und verkörperte fortan den romantischen Zeitgeist mit seiner Hinwendung zum Mittelalter. Die Gästesahen das Schloss zwar als Ruine, fanden innen jedoch ausgestaltete Räume wie den Rittersaal und die Kapelle, was den Eindruck einer historischen Zeitreise erzeugte. Ursprünglich im 13. Jahrhundert als Burg errichtet, wurde Birseck nach dem Basler Erdbeben von 1356 wiederaufgebaut und später zu einem barocken Schloss umgestaltet. Nach seiner Zerstörung durch französische Revolutionstruppen 1793 blieb es lange Ruine, ehe es Conrad von Andlau 1808 erwarb und in die Ermitage eingliederte. Ab 1812 wurde die Anlage landschaftsgärtnerisch aufgewertet, mit Spazierwegen, Bepflanzung, Aussichtsplätzen und dem neu geschaffenen Rittersaal als gesellschaftlichem Zentrum. Im Laufe des 19. Jahrhunderts folgten weitere Ausbauten und symbolische Ergänzungen, etwa Zinnen, ein Belvedere, die restaurierte Kapelle und Wappenschilder der Schweiz und der Schweizer Kantone sowie die Jahreszahlen 1308 und 1848.
Die Apollogrotte ist eine eindrucksvolle, zerklüftete Felsformation mit mehreren Höhlen, die schon früh im Rundgang als besondere Attraktion galt. Sie ist dem Gott Apollo gewidmet und verbindet dessen Eigenschaften als Licht- und Weissagungsgott, weshalb die Grotte – ähnlich dem Orakel von Delphi – zur stillen Einkehr und Selbstreflexion einlädt. Die verschiedenen Höhlen mit ihren schattigen, kühlen Sitzbänken bieten Schutz vor Sonne und Witterung und eröffnen vereinzelt Blicke auf Weiher und Inschriften. Als Auftakt zu mehreren melancholischen Gartenszenen kontrastiert die Apollogrotte die heiteren Bilder des ersten Rundgangsteils und betont den geistigen, mythologischen und stimmungsvollen Anspruch der Ermitage.
Der Tempel der Wahrheit war ein kleiner, felsumrahmter Platz mit einem hölzernen Obelisken und weit verstreuten Sinnsprüchen, der die Besucher zu philosophischer Reflexion anregen sollte und stark von freimaurerischen Ideen – insbesondere jenen Cagliostros – geprägt war. Da die mit Symbolen versehenen «Hieroglyphen» des Obelisken damals noch nicht entziffert waren, galt er als Träger geheimen Wissens; später etablierte sich dafür die Bezeichnung Pyramide der Sprachen, deren Bildzeichen nach der Entzifferung der Hieroglyphen 1822 zunehmend belächelt wurden. Vor 1843 wurde die ursprüngliche Konstruktion durch eine zweidimensionale Pyramide in einer gemauerten Felsnische ersetzt, flankiert von nun prominenter platzierten Tafeln mit Sinnsprüchen in 18 Sprachen. Im späten 19. Jahrhundert gelangten diese Tafeln in den Holzstoss des Eremiten, während die Pyramide selbst bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts am Standort verblieb und heute – zusammen mit den erhaltenen Sinnsprüchen des 18. Jahrhunderts – im Vorraum der Schlosskapelle aufbewahrt wird.
Das zwischen 1787 und 1788 errichtete Monument der Freundschaft war ein schlichter klassizistischer Altar mit der Inschrift AMICITIAE SACRUM, der die enge Verbundenheit zwischen den Mitgliedern des Arlesheimer Freundeskreises symbolisieren sollte. In einer Zeit, in der sich neue gesellschaftliche Formen von Freundschaft auf Augenhöhe entwickelten, stand das Denkmal für Toleranz, Gleichheit und die Ideale der empfindsamen Herzensfreundschaft. Als Teil einer melancholischen Gartenszene knüpfte es an die Tradition an, Freundschaft im geschützten Raum der Natur zu feiern, die seit der Antike als Ort des freien Austauschs galt. Das Monument wurde während der Revolutionszeit zerstört und nicht wiederaufgebaut; später erinnerten ein Freundschaftsspruch an der Sprachenpyramide und der Wappenfries im Rittersaal an seine Idee.
Die Inschrift zu Ehren von Balbina von Andlau und Heinrich von Ligertz ist bereits von der Apollogrotte aus sichtbar und wurde am 13. August 1785 vom Strassburger Gelehrten Jeremias Jacob Oberlin verfasst. In den Fels gemeisselt erinnert sie daran, dass die Ermitage sowohl der Natur als auch dem menschlichen Gestaltungswillen ihrer beiden Gründer zu verdanken ist. Die sie umrankende Vegetation verstärkt diese Aussage, indem sie das Zusammenspiel von Natur und Kunst veranschaulicht. Als eines der wenigen unzerstört gebliebenen Elemente überdauerte die Inschrift die Revolutionszeit und weckt bis heute Dankbarkeit gegenüber den Erbauern des Gartens.
Diogenes verkörperte das Ideal des bedürfnislosen, freien Weisen, der gesellschaftliche Konventionen ablehnte und zur Natur zurückkehren wollte. Die nach ihm benannte Diogenesgrotte erhielt 1788 ihren Namen und war einst mit drei französischen Inschriften, Laternen, einem Fussgestell und der Darstellung eines Ziegenbocks ausgestattet. Die Inschriften – «Ich suche einen Menschen», «Und ich warte auf ihn» und «Bist du es?» – bezogen sich auf eine berühmte Anekdote, in der Diogenes am helllichten Tag mit einer Laterne nach einem wahrhaft gebildeten Menschen suchte. Die Szene verdeutlichte den moralischen Anspruch der Ermitage und knüpfte thematisch an die Eremitenklause an, indem sie zur Selbstreflexion über ein tugendhaftes, einfaches Leben anregte.
Die Proserpinagrotte war die eindrucksvollste Szenerie der Ermitage und wurde zwischen 1785 und 1812 mehrfach umgestaltet, wobei sich ihr Name entsprechend den jeweils inszenierten Themen veränderte. Zunächst Proserpina, der antiken Göttin der Unterwelt, gewidmet, stellte die erste Ausstattung eine dramatische Unterwelt mit Drachen, Krokodil, schwarzem Altar und der thronenden Proserpinafigur dar. 1788 und 1789 wurde die Grotte im Sinne freimaurerisch-aufklärerischer Ideen erweitert: eine Todesgrotte, eine Auferstehungsgrotte mit raffinierter Lichtinszenierung sowie eine Grotte der Meditation boten ein eindringliches Sinnbild für Tod, Wandel und geistige Erneuerung. Durch diese kunstvolle Szenenfolge – Tod, Auferstehung und Kontemplation – erlebten die Gäste einen symbolischen Initiationsweg, der sie körperlich wie gedanklich in die Tiefe führte. Nach den Zerstörungen der Revolutionszeit wurde die Grotte ab 1812 unter christlichen Vorzeichen neu interpretiert, unter anderem mit einem Denkmal für Balbina von Andlau und der Wiederherstellung der Auferstehungsinszenierung. Ein Horaz-Zitat am Ausgang erinnerte schliesslich an die Vergänglichkeit allen Seins und rundete diese eindrucksvolle, auf seelische Ergriffenheit ausgerichtete Szene ab.
Das Chalet Suisse bildete nach dem Besuch der Grabesgrotte eine bewusst heitere, ländliche Szene, die den Spaziergängerinnen und Spaziergängern neue Sinnesreize bot und ihr seelisches Gleichgewicht wiederherstellte. Es wurde 1787 als rustikales Gartenhaus mit lichtdurchflutetem Saal, bäuerlichen Requisiten und schweizerdeutschen Inschriften erbaut und verkörperte ein idealisiertes Bild des einfachen, freien Landlebens. In unmittelbarer Nähe lag ein Spielplatz, der an Sonn- und Feiertagen von der Dorfbevölkerung genutzt wurde und die Szenerie für die adeligen Besucher als „lebendige Staffage“ ergänzte. Das Chalet, ausgestellt mit einer Lanze aus der Schlacht bei Sempach und begleitet vom plätschernden Brunnen, wurde 1791 niedergebrannt und beim Wiederaufbau 1812 nicht erneuert.
Die beiden einfachen Gebäude am östlichen Ende der Ermitage – eine alte Gipsmühle bzw. spätere Büchsenschmiede und ein Ökonomiegebäude – sollten nach 1785 zunächst zu einem Bad umgebaut werden, was jedoch nie realisiert wurde. Stattdessen zog 1788 der Landschaftsmaler Johann Baptist Stuntz ein, dessen Atelier durch seine Lage über dem Bach, den Blick auf die Weiher und die umliegende Natur eine besondere Anziehungskraft auf Besucher ausübte. Die Gäste betraten das Haus ungewöhnlicherweise über eine hölzerne Brücke direkt in den ersten Stock und verliessen es im Erdgeschoss. Gleich neben der Büchsenschmiede vereinigten sich zwei Bäche zu einem kleinen Wasserfall, über den eine leicht gewölbte Englische Brücke führte und so für ein weiteres abwechslungsreiches Gartenerlebnis sorgte. Ab 1816 ersetzte ein neues Gewerbegebäude den Wasserfall und die Brücke, doch die später sogenannten Waldhäuser blieben ein stimmungsvoller Abschluss des Rundgangs. heute umfasst die sogenannte Waldhäusergruppe vier bestehende Gebäude.
Die Sophienruhe entstand 1812/13 auch Cabane de la Solitude genannt, war ein kleines, rustikales Aussichtskabinett am Südufer des mittleren Weihers und diente als Ort stiller Heiterkeit sowie als möglicher Bezug zu Sophie von Andlau. Ihre offene, tempelartige Architektur aus rindenbesetzten Baumstämmen und Pflanzengirlanden bot Raum für Ruhe, Reflexion und einen weiten Blick über die Ermitage, den Weiher und die fahrenden Boote. Die Inschriften priesen die Freude der Einsamkeit, während die Lage einen Überblick über die zuvor auf dem Rundgang erlebten einzelnen Elemente der Gartenanlage boten.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Sophienruhe jedoch zunehmend verändert und glich einer Hütte, bevor sie 1947 abgebrochen wurde. 2022 entstand an gleicher Stelle eine moderne, frei interpretierte Neufassung, die zwar weiterhin als Aussichtspunkt dient, jedoch gestalterisch stärker einem Pavillon als dem ursprünglichen Einsamkeitstempel ähnelt. Auf die historischen Inschriften an die Freunde der Eindamkeit wurde verzichtet.
Der Kohlenmeiler wurde zwischen 1787 und 1788 am Südufer des mittleren Weihers errichtet und sollte aus der Ferne an das einfache, ländliche Leben erinnern. Aus der Nähe stellte er sich jedoch – überraschend – als Aussichtskabinett heraus, dessen Fenster den Blick auf den Weiher, das Schweizer Chalet und den Spielplatz lenkten und so eine bewusste Sichtachse sowie ein gerahmtes Landschaftsbild schufen. Wie andere Bauten der Ermitage verband er eine schlichte äussere Erscheinung mit einer verborgenen, ästhetisch motivierten Funktion. Der Kohlenmeiler wurde während der Revolutionszeit zerstört und beim Wiederaufbau ab 1811 nicht mehr erneuert.
Die drei Weiher im Gobenmatttal wurden im 15. Jahrhundert zur Fischzucht, zur Sicherung der Wasserversorgung für Mühlen und Brunnen sowie zum Wässern der hölzernen Wasserleitungen (Teucheln) künstlich angelegt. Besonders der mittlere Weiher – später Lac de Tempé genannt – wurde ein zentrales Element der Ermitage, in dem sich Landschaft und Himmel spiegelten und der als mythologisch aufgeladene Idealort inszeniert wurde. Ab 1788 gehörten Bootsfahrten auf dem Weiher zu den Höhepunkten des Rundgangs, da sie den Gästen eine neue, malerische Perspektive auf Garten, Wasser und eigene Spiegelbilder boten. Auch nach der Wiedereröffnung 1812 blieb der Weiher als Karpfenweiher bedeutend, wobei Boote noch bis um 1860 genutzt wurden und 1868 ein künstlicher Wasserfall den Bereich ergänzte.
Das 1814 errichtete Delille-Denkmal ist ein klassizistisches Trauermonument aus hellem Stein, das dem berühmten Dichter Jacques Delille gewidmet ist, dessen Werke die Natur und die Gartenkunst priesen. Seine Inschriften und Reliefs – Lyra, Lorbeer und Widmung – verweisen auf Delilles dichterisches Schaffen und seine moralische Botschaft, dass Naturliebe zur Tugend führe. Die Platzierung des Denkmals am plätschernden Bach entspricht Delilles eigenen Versen, die für ein stilles, naturverbundenes Umfeld seines Denkmals plädierten. Trotz seines Charakters als Grabmonument verbindet sich hier – wie beim Gessnerdenkmal – Melancholie mit heiterer Naturstimmung, womit es den empfindsamen Geist der frühen Ermitage von 1785 bewahrt.
Gleyre-Inschrift
Der berühmte Maler Charles Gleyre besuchte am 24. August 1873 die Ermitage, was durch eine in den Fels gemeisselte Inschrift am Nordwesthang des Schlosshügels
festgehalten wurde. Gleyre, ein bedeutender Künstler und Lehrer von Anker, Sisley, Monet und Renoir, hinterliess jedoch keine bekannten Darstellungen der Ermitage.
Dreiröhrenbrunnen
Um 1870 wurde am Nordufer des hinteren Weihers der Dreiröhrenbrunnen errichtet, bestehend aus einem ovalen Trog und einer Steinplatte, aus der drei Röhren Wasser
speien. Die mittlere Röhre zeigt den metallenen Kopf eines bärtigen Mannes, der an Neptun, einen Faun oder die Bocca della verità erinnert. Der Brunnen ersetzte zwei frühere Sitzbänke,
und zwei der damals erwähnten drei alten Eichen stehen noch heute.