Der Landschaftsgarten Ermitage

1. Eröffnung der Ermitage am 28. Juni 1785

Am 28. Juni 1785 wurde die Arlesheimer Ermitage eröffnet. Anwesend waren die beiden Initianten, Balbina von Andlau und Heinrich von Ligertz, sowie Fürstbischof Franz Joseph Sigismund von Roggenbach und sein Neffe, Adam Franz Xaver von Roggenbach. Letzterer hatte in Porrentruy einen kleinen Landschaftsgarten angelegt (Garten "Bellevue") und Balbin von Andlau und Heinrich von Ligertz so auf die Idee gebracht, in Arlesheim ebenfalls einen Landschaftsgarten anzulegen - im Gobenmatttal hatte die Natur bereits beste Bedingungen geschaffen.

 

2. Begeisterung für den englischen Landschaftsgarten im 18. Jahrhundert

Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts war die Begeisterung  für englische Landschaftsgärten gross. Diese Gartenbegeisterung ist als Reaktion auf den Barockgarten (französischer Garten) zu sehen, der als Sinnbild des Absolutismus gilt. Anders der englische Garten, der im Geist der Aufklärung nach der Befreiung von Zwängen und nach Unverdorbenheit strebt.

 

3. Zerstörung 1793 und Wiederaufbau 1810 / 1812

1793 von französischen Truppen zerstört, wurde die Ermitage 1810/1812 von Conrad von Andlau, dem Sohn Balbinas, und dem mittlerweilen über 70jährigen Heinrich von Ligertz teilweise wieder aufgebaut, teilweise mit neuen Szenerien ergänzt.

 

4. Ideen und Ideale in der Ermitage von 1785 und 1812

Die erste Anlage der Arlesheimer Ermitage von 1785 orientierte sich an der Naturverehrung, am Ideal der unverdorbenen Naturlandschaft. Im Sinne Rousseaus wurde die Natur als geistige Universalmacht verstanden. Aussichtspunkte lassen für den Besucher die umgebende Landschaft zum Bild werden und erhöhen so den Naturgenuss. Als zweite Inspiration für die Ermitage von 1785 gilt das antike Arkadien.

 

Mit dem Wiederaufbau von 1812 traten die Verehrung des Mittelalters mit ihrer Ritterromantik sowie eine sentimentale Religiosität in den Vordergrund.

 

5. Besucher 1785 und 1812

Das Besucherprofil wandelte sich: Waren es 1785 Adlige internationaler Herkunft, die die Ermitage besuchten, so kamen ab 1812 Bürgerliche aus der Region in den Landschaftsgarten. Die Ermitage war nun ein historischer Garten und entsprach nicht mehr dem allgemeinen Geschmack der Zeit. Das 1808 / 1809 von den Basler Ärzten Stückelber und Hagenbach errichtete Kurbad in einem Domherrenhaus am Domplatz brachte viele Besucher, auch aus Basel, und ein reges gesellschaftliches Leben.

 

6. Virtueller Rundgang und Führungen durch die Ermitage

Der virtuelle Rundgang durch die Ermitage auf dieser Webseite entspricht in seiner Reihenfolge dem Rundgang wie er bei der Eröffnung 1785 konzipiert worden ist, so denn die Szenerien nicht erst später hinzugekommen sind. Die Szenerien werden in erster Linie mit Bildern vorgestellt, wobei nicht alle Szenerien auf dieser Webseite erwähnt werden. An den Führungen erfahren Sie mehr über die Bedeutung und Hintergründe der Szenerien.

 

Inhaltlich orientieren sich die Führungen und die Texte auf dieser Webseite an Vanja Hugs Werk, Die Eremitage in Arlesheim. Ein Englisch-Chinesischer Landschaftsgarten der Spätaufklärung, 2005. Dieses Werk ist das umfangreichste und aktuellste Nachschlagewerk über die Arlesheimer Ermitage und enthält wesentliche neue Forschungsergebnisse.

 

Die Apollogrotte - ein zerklüfteter, von mehreren Höhlen durchsetzter Felsen - ein Beispiel, wie die Natur im Gobenmatttal bereits beste Bedingungen für die Anlage eines Landschaftsgartens geschaffen hat.

21. Juli 1788, Eintrag im Gästebuch der Ermitage:

 

"Je viens - je vois - je suis heureux!" 

 

 

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